Auszüge aus Konzertkritiken

 

Aussagen zur Stellung als erste westdeutsche Dirigentin der Musikgeschichte

hier

 

als Gründerin und Dirigentin des "Orchestra Gelmini"

 

 

 

„Wenn dieses 1969 gegründete Orchester, das sich aus Preisträgern internationaler Musikwettbewerbe zusam-mensetzt, als Ensemble zusammenbleibt, dürfte es sich bald zur internationalen Spitze musiziert haben. Mit hinreißender Musikalität, unwiderstehlich in Temperament und Begeisterung und mit hochmusikalischem Stilgefühl beherrscht sie ihr Orchester"

 

(K.L. Nicol „Badische Zeitung“, 14.5.1970)

 

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"Das Orchestra Gelmini ist zweifellos eine der bemerkenswertesten Erscheinungen auf dem Feld der klassischen Musik"

 

(„Offenbach Post“ 14.10.1971)

 

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"Acht verschiedene Herkunftsländer sind hier vertreten. Hortense von Gelmini weiß sie alle zu vereinen. Mit einer außergewöhnlichen Ausstrahlungskraft vermittelt sie ihre Auffassung. Auch im Dirigierstil ist sie ohne alle falsche, weil überzarte Weiblichkeit, sondern eher vehement und energiegeladen. Die Tempi werden relativ schnell genom-men, Allegri geraten dadurch ungeheuer brisant. In langsamen Sätzen regieren Bewegtheit und Intensität des Aus-drucks. Das Orchester scheint mit der Musikalität seiner Dirigentin verwachsen zu sein…Der stark ausgeprägte Sinn für Bewegung und Rhythmus bewährte sich"

 

("Frankfurter Rundschau", 22.10.1971)


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„Frisches, inspiriertes Musizieren fernab jeder Show, Leichtigkeit, Sicherheit und Klangdelikatesse, wie sie von nur sehr wenigen bereits etablierten deutschen Ensembles erreicht werden dürften, kennzeichneten den Dirigierstil und das Spiel der Streicher"

 

("Kölner Zeitung", 19.10.1971)

 

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„Sie macht einen grundmusikalischen Eindruck, beherrscht ihre Partituren (so gut wie auswendig) und auch das Kapellmeisterhandwerk"

 

(Heinz Pringsheim, „Münchener Merkur“, 22.10.1971)


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„…die jungen Leute musizierten mit einer Frische, wie man sie selten im Konzertsaal zu hören bekommt. Die Diri-gentin besitzt ein ausgesprochenes Stilgefühl – nüchterne Tongebung bei Marcello, mehr Wärme bei Haydn, überschäumendes Temperament bei Schostakowitsch und Roussel – und auf Grund ihrer Unbeschwertheit von des „Gedankens Blässe“ eine unmittelbar sich übertragende Frische und Direktheit der Interpretation"

 

(„Oper und Konzert“, 18.10.1971)


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„Schallplattenreif war dieses Konzert, und das ist in diesem Fall wortwörtlich zu nehmen…Ein Orchester mit dem ersten Konzertmeister des Norddeutschen Rundfunks an der Spitze trägt das Gütezeichen hohen Niveaus:…Die Dirigentin versteht die schwere Kunst, ein ad hoc zusammengestelltes Orchester derart zu einer geschlossenen Einheit zusammenzuschweißen, daß es wie ein langjährig stehendes Ensemble klingt"

 

("Badische Zeitung", 02.05.1972)

 

 

als Gastdirigentin:


Der Übergang vom eigenen Orchester zum offiziellen Voll-Orchester bereitete keinerlei Schwierigkeiten. Die im Um-gang mit versierten Pultgästen verwöhnten Symphoniker übernahmen komplexlos die mit geschmeidiger Taktiergeste vermittelten Werkvorstellungen Hortense von Gelminis – Vorstellungen, die klare Struktur und sichere dynamische Proportionierung intim verständnisvoll mit der in der „Nullten Symphonie“ schon unmißverständlich gegenwärtigen Klangwesenheit Bruckners verbanden"

 

("Staatsanzeiger von Bayern", 07.03.1975)


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„Es lebt sich am Pult kein traumseliger Schöngeist aus, vielmehr ein resoluter Wille mit präziser Vorstellung vom Werk und seiner Interpretation. Ihr Schlag ist exakt, das Metrum wird unverwischt gekennzeichnet, sie korrigiert oft und weiß die Probenzeit zu nutzen"

 

("Nürnberger Zeitung", 12.02.1975)


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„Schlagtechnisch von großer Sicherheit,…ist nicht zu übersehen und – hören, daß Hortense von Gelmini eine vorzügliche Musikantin ist, die es versteht, große Bögen zu formen, temperamentvolle, spannungsreiche Steigerungen aufzubauen, subtil dynamisch zu gestalten und ihre Vorstellungen vom Werk in die Tat umzusetzen. Für ihre sorgfäl-tigen Einsätze werden ihr sicher die übrigens in Hochform auftretenden Nürnberger Symphoniker dankbar gewesen sein...Die klare Diktion der Dirigentin wurde kraftvoller Halt zu einem weitschwingenden Musizieren…Begeisterte Aufnahme des Konzerts, stürmischer Beifall über das Normalmaß hinaus"

 

(Gerhard Deutschmann, „Coburger Tagblatt“, 27.05.1975 )


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"Dirigieren scheint für Hortense von Gelmini gleichbedeutend zu sein mit Allgegenwart im Orchester"

 

(Rainer Herr, „Der Fränkische Tag“, 27.05.1975)


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„Hortense von Gelmini erwies sich schon mit dem ersten Werk der Vortragsfolge als eine vorzügliche Dirigentin, die nicht nur das Technische tadellos beherrscht, sondern auch ein großes musikalisches Gestaltungsvermögen besitzt"

 

(E.G. Würzburger „Volksblatt“, 08.06.1975)

 

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„Das überzeugende Ergebnis der erschöpfend vollendeten Probenarbeit bekamen die Zuhörer am Sonntag-Abend deutlich zu spüren: ein totales Ausloten der zum Vortrag gebrachten Musik und eine auf die Spitze getriebene Entwicklung der ohnehin im Orchester vorhandenen technischen Fähigkeiten"

 

(Claus Meissner, „Main-Echo“, 08.06.1975)

 

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"Ihre Gestik ist unverwechselbar, ganz eigen, ohne Imitation großer Vorbilder. Sie versucht, in der Musik sich selbst zu verwirklichen. Das tut sie äußerlich gesehen mit exakten Bewegungen. Doch das Besondere, Unverwechselbare ist die Sprache ihrer Haare, von denen eine Faszination ausgeht wie wohl einst von Morholts zauberkundiger Nichte Isolde. Das heißt aber auch: etwas Rätselvolles bleibt, denn ganz läßt Hortense von Gelmini nicht in ihre Karten blicken; sie versteht es, etwas Unnennbares um sich zu breiten.“

 

(Br. Breithaupt „Nürnberger Zeitung“, 29.10.1975)

 

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„Orchester und Dirigentin…schienen sich, nach den guten und ausgefeilten Interpretationen zu schließen, bestens zu verstanden zu haben. Der weibliche Gast am Pult gewann auch rasch die Sympathie des Publikums. Sie bewältigte ein Programm mit Werken unterschiedlichster Stilarten und bewies damit ihre künstlerische Vielseitigkeit…Hortense von Gelmini dirigierte ruhig, beherrscht und beherrschend. Die Streicher begleiteten die Solistin diszipliniert; sie waren um ein Höchstmaß an Konzentration bemüht…Musikantisch kamen die tänzerischen Wendungen, Hortense von Gelmini verstand zu verlebendigen und zu präzisieren...Die Interpretation verriet gewissenhafte Probenarbeit….Man durfte sich an blitzsauberen Violin- und Bläsersoli erfreuen. Auch alles andere war ausgefeilt."

 

(Karl Hahn, „Frankenpost“, 21.03.1977)

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„Die junge Dirigentin überzeugte. Ihr lebhaftes Mienenspiel beim Dirigieren drückt, für Orchestermitglieder und Zu-hörer sichtbar, Ansporn, Anerkennung, Freude über gutes Gelingen besonderer Passagen aus. Ihre Gesten sind tem-peramentvoll, ihre differenzierte Schlagtechnik zweckbestimmt"

 

(„Medizin heute“, Heft 5 (Mai)/76)

 

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"3000 Zuhörer feierten die junge Dame.  Nicht zuletzt solche Erfolge bestärken Hortense von Gelminis Hoffnungen auf eine Karriere als Dirigentin auch auf dem internationalen Parkett. Eine solche Entwicklung ist ihr durchaus zuzutrauen"

 

(Gustav Hildebrand "Frankfurter Neue Presse" am Sonntag Nr. 52, 28.12.1975)

 

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